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Weiß-blaue Lektion für die Eschweger
23 Schüler aus Regens hessischer Partnerstadt verbringen eine Woche zusammen mit der 9 d der Realschule Regen

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(Bayerwald-Bote) Die Antwort aus den Reihen der jungen Eschweger kommt prompt. Was denn Bayerns Landesfarben seien, will Burg-Führer Josef Niedermeier wissen. „Blau-weiß“ ruft einer der Hessen. Nicht schlecht, meint Niedermeier, auch wenn es ganz korrekt natürlich „Weiß-blau“ heißen muss. Vor dem ehrwürdigen Gemäuer des Weißensteiner Burgkastens erklärt er der Schülergruppe, wie eng die Burgruine mit der „großen“ Geschichte verknüpft ist: Die Grafen von Bogen, einst auch Herren von Weißenstein, sind längst ausgestorben, ihre weiß-blauen Rauten im Wappen, von den Wittelsbachern geerbt, darf man heute getrost als weltbekannt bezeichnen.
Seit Montagabend sind die 23 Schüler aus der Regener Partnerstadt im nördlichen Hessen im Bayerwald zu Besuch. Es ist ein Stück weit ein Arbeits-Besuch, denn er findet im Rahmen der Projektwoche der Klasse 9 d an der Regener Realschule statt. Die 32 jungen Regener haben die Eschweger, die von der dortigen Anne-Frank-Gesamtschule kommen, auch in ihren Familien untergebracht und die Projektwoche mit umfangreichem Programm komplett selbst vorbereitet, wie die Betreuungslehrerinnen Beate Winter und Sandra Kisyma betonen. Das habe sie, sagt Winter, ebenso beeindruckt wie ihre Eschweger Kollegen Hendrik Bergmann und Heike Schwanz, die bei der Projektwoche dabei waren. In vielen Workshops wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet, in den Bereichen Kultur und Brauchtum, die unterschiedlichen Dialekte wurden in einem Quiz einander gegenübergestellt. Die Hessen bekamen eine Einführung in die auch für Schüler wichtigen bayerischen Kartenspiele. Es wurde aber auch ganz ernsthaft im Unterricht gearbeitet, so verglichen die Schüler die Schulsysteme von Bayern und Hessen.

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Auch Burgführer Niedermeier lässt die bayerisch-hessische Schülergruppe kräftig mitarbeiten. „Jetzt die Regener, Heimatkunde – wann wurde Rinchnach zum ersten Mal erwähnt?“ fragt er in die Runde. 1011 war das, und auch mit der Rinchnacher Geschichte ist die um 1100 errichtete Burg Weißenstein eng verflochten. Warum heute nur mehr Mauerreste auf dem weißen Pfahlfelsen stehen, warum man den Dichter Siegfried von Vegesack als den ersten „Grünen“ im Bayerischen Wald bezeichnen kann, all das bekamen die Schüler erläutert.
Vor der Burgführung in Weißenstein am Mittwoch hatten die Jugendlichen zusammen gekocht – die jungen Bayerwäldler lernten bei den Hessen Kartoffeln mit grüner Soß’ kennen und hielten mit Wurstsalat und Obaztem dagegen. Am gestrigen Donnerstag stand ein ganztägiger Ausflug in den Nationalpark auf dem Programm, gefolgt vom Abschlussabend in der Realschule. Und am heutigen Freitag heißt es schon wieder Abschied nehmen.
Das, was mit dem ersten Besuch von fünf Regener Realschülerinnen 2016 in Eschwege begonnen hatte, soll auf jeden Fall weitergeführt werden, sagt Beate Winter. Die Teilnahme an der nächsten Eschweger Europa-Woche 2018 ist schon fest eingeplant.

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