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Basteln an der Schule der Zukunft
Pädagogen, Wissenschaftler und Unternehmer tauschen sich an der Realschule aus

Barcamp1

(Bayerwald-Bote) Ums Lernen und Lehren ging es gestern an der Siegfried-von-Vegesack Realschule. Eine solche Nachricht wäre freilich noch keine Zeile in der Zeitung wert. Wie und von wem das Themenfeld Lernen und Lehren beackert worden ist, das ist allerdings eine Besonderheit: Im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt Schule“ tauschten sich Lehrer, Wissenschaftler und Unternehmer über künftige Bildung aus. Unter den rund 100 Teilnehmern waren auch Pädagogen aus Finnland und einer der besten Lehrer Deutschlands. Bekannte Pfade verlassen - diese Motivation spiegelte sich allein schon in der Form dieses Bildungskongresses wieder: Er wurde als „Barcamp“ ausgerichtet, also in Form einer offenen Tagung mit offenen Workshops. Im Kern ging es um ein neues, schulübergreifendes Fortbildungsangebot, das Lehrer effektiver auf künftige Bildungsanforderungen vorbereiten soll. Wesentlich sei dabei, sol Dr. Matthias Böhm, stellvertretender Schulleiter der Siegfried-von-Vegesack Realschule, über den Tellerrand hinauszuschauen. Für dieses Ziel arbeiten die Kollegien und Schulleitungen aus den Realschulen Regen und Zwiesel Hand in Hand. Sie haben es geschafft, eine kunterbunte Teilnehmerschar in den Bayerwald zu holen.

Toleranz und Offenheit für andere Religionen
Klassen 7A und 7D besuchen Moschee

Moschee

Einen sehr informativen Vormittag verbrachten die Siebtklässler in der Selimiye Moschee in Deggendorf. Der Vorstand Osman Karabacak empfing die SchülerInnen sehr herzlich und zeigte ihnen verschiedene Bereiche des Gemeindezentrums und der Moschee. So erhielten sie einen Einblick in die getrennten Frauen- und Männerbereiche, den Waschraum und die Gruppenräume. Der Gebetsraum mit seinem 400 kg schweren Kronleuchter, den zahlreichen arabischen Schriftzeichen, der Gebetsnische und dem roten Teppichboden waren sehr faszinierend, vor allem da so viele Unterschiede zu christlichen Kirchen zu erkennen waren. Die Siebtklässler erhielten wichtige Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen der Moschee, zum muslimischen Glauben und der Umsetzung im Alltag. In einem anschließenden Gespräch wurden fleißig Fragen gestellt, die ausführlich beantwortet wurden. Sehr erfreulich war, dass auch der Imam anwesend war, diverse Sachverhalte erläuterte und als Abschluss die Sure 1 aus dem Koran vorbetete. Die SchülerInnen gewannen an diesem Tag viele neue Eindrücke und erhielten so die Gelegenheit den eigenen Horizont zu erweitern.

 

Yanomami-Vortrag an der Realschule Regen
Yanomami

„Machen Sie das alles freiwillig?“, war die erstaunte Frage eines Schülers der 5. Klasse der Siegfried-von-Vegesack-Realschule an Frau Christina Haverkamp. Seit fast 30 Jahren setzt sie sich für das Überleben der Yanomami-Indianer in Brasilien und Venezuela ein, deren Lebensraum durch Abholzung der Regenwälder, Minenkonzerne, Großgrundbesitzer und Goldsucher stark gefährdet ist. Christina Haverkamp erklärte z.B. die zerstörerische Vorgehensweise der Goldsucher. Zum einen entstehen durch das Abschlämmen des Bodens mit Wasser große Sumpfgebiete, ein ideales Brutgebiet für die Anopheles-Mücke, die die Malaria überträgt. Zum anderen wird zur Goldbindung hochgiftiges Quecksilber verwendet, das die Böden und das Wasser verseucht und Pflanzen, Tiere und Menschen vergiftet. Auch aus der Zivilisation eingeschleppte Krankheiten, die z.B. bei uns in Europa meist unbeschadet überstanden werden, können bei den Indianern tödlich sein. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren aber auch viel über die Lebensweise der Yanomami und ihren Lebensraum, den tropischen Regenwald. Frau Haverkamp zeigte beeindruckende Bilder vom Alltag der bis zu 200 Dorfbewohner, die gemeinsam in einem großen Rundbau wohnen. Sie trauern mit besonderen Riten um ihre Toten, gehen mit Pfeil und Bogen auf die Jagd, leben von Fischfang und Bananenanbau. Für die Kinder sei der Urwald am Amazonas ein Abenteuerspielplatz: „Sie bauen Einbäume und nutzen alles, was sie umgibt“, berichtet die durchtrainierte Kielerin, die mit orangefarbenem Band im blonden Haar immer noch abenteuerlustig wirkt.

Theresa Köppl ist die beste Vorleserin an der Siegfried-von-Vegesack-Realschule
„Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf einer Schatzinsel … und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag genießen. “ (Walt Disney)

Lesewettbewerbstehend von links: Marion Strunz, Dieter Gewiese, Timon Raster, Anette Füller, Christine Baumgartner, Rebecca Kroner;
sitzend v.l. Felix Gschneidinger, Benedikt Gigl, Schulsiegerin Theresa Köppl, Nico Imre

Einen kleinen Vorgeschmack auf diesen Reichtum bekamen die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen durch die drei Klassensieger am Dienstagvormittag beim „Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels“. Zunächst entführte Felix Gschneidinger (6a) mit seinem Buch „Löcher“ die Zuhörer in das Camp Green Lake. Danach erlebten sie mit Benedikt Gigl (6b), wie David Ballinger von einer alten Frau mit einem Fluch belegt wurde. In der „Glücksbäckerei: Die magische Zeit“, vorgetragen von Theresa Köppl (6c), alterten die Menschen rückwärts und es musste schnell ein leckeres Gegenrezept gefunden werden. Am Ende führte Nico Imre (6d) die Schülerinnen und Schüler mit dem Buch „Animox“ zu Menschen, die sich in mächtige Tiere verwandeln können. Nachdem die vier Klassensieger die erste Runde souverän gemeistert hatten, wurde es in der zweiten Runde kniffliger.

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